Stellungnahme des Vorstandes
Unsere 1. Herren wird am Sonntag, dem 18.10.2026, nicht gegen den DSC Hanseat antreten.

Die Aufnahme und der Einsatz eines in zwei Instanzen verurteilten Sexualstraftäter wiegen schwer. Der DSC Hanseat hat sich entschieden, den Spieler Kwame Otu im Spielbetrieb einzusetzen mit der Begründung, dass es noch eine Revisionsmöglichkeit gibt. Wir sehen hierin aber einen schwerwiegenden Verstoß gegen den SafeSportCode und wollen mit unserem Verzicht auf Austragung des Punktspiels unseren Protest ausdrücken.

Die Unschuldsvermutung ist ein rechtsstaatlicher Grundsatz und gilt selbstverständlich für jeden. Es ist nicht an uns jemanden abschließend zu verurteilen. Dies ist einzig die Aufgabe der Gerichte.

Gleichzeitig tragen wir aber Verantwortung. Sportvereine werden stets dafür gepriesen, dass sie, wie kaum eine andere Institution der Gesellschaft, Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialer wie nationaler Herkunft zusammenbringen zu können. Damit sie diese integrative Funktion aber erfüllen können, müssen wir in den Vereinen eine Kultur schaffen, in der sich auch alle sicher und wohl fühlen.

Diesem Ideal werden Sportvereine und -Verbände oft nicht gerecht. Im Gegenteil: Bei sexueller Gewalt wird oft weggeschaut oder die Schwere heruntergespielt. So wird ein Umfeld geschaffen, in dem sich Täter geschützt fühlen und unbehelligt ihren Opfern Schaden zufügen können. Dies wollen und werden wir nicht hinnehmen. Wir wollen aktiv für die Werte eintreten, die ein gutes Vereinsleben ermöglichen. Dazu gehören Offenheit und Toleranz, aber auch die Freiheit von Gewalt und der Schutz der sexuellen Selbstbestimmung.

Für uns folgt daraus, dass jemand, gegen den der erhärtete Verdacht der Vergewaltigung im Raum steht, keinen Platz im aktiven Spielbetrieb des Hamburger Fußballs haben darf. Dies ist keine Vorverurteilung des Einzelfalles, sondern eine allgemeine Maßnahme, um eine Vereinskultur zu schaffen, in der für sexuelle Gewalt kein Platz ist. Zum Schutze aller in und außerhalb unserer Vereine – unseren Mitspielerinnen und Mitspielern, unseren Kindern, Geschwistern, Freundinnen und Freunden – müssen wir immer und unmissverständlich klar machen, dass sexueller Missbrauch nicht toleriert wird.

Die Entscheidung von DSC Hanseat, einen Spieler aufzunehmen und im Spielbetrieb einzusetzen, im Wissen darüber, dass dieser in zwei Instanzen der Vergewaltigung für schuldig befunden wurde, steht dem diametral entgegen.

Vor diesem Hintergrund ist unsere Entscheidung gefallen. Wir solidarisieren uns zugleich mit der Mannschaft von UH-Adler, die bereits am vergangenen Wochenende nicht angetreten ist und sogar dafür die Tabellenführung geopfert hat.

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